Dienstag, 28. November 2017

Ein einziger Termin...

Die letzten Anfragen an die Veranstalter zwecks Terminbestätigung waren versandt. Am Ende stand eine einzige Terminbestätigung aus.... eines meiner persönlichen Highlights - der Airport Nightrun in Hannover. Doch dann der Schock - der Veranstalter meldete sich leider mit weniger erfreulicher Nachricht.... der Airport Nightrun in Hannover findet in 2018 nicht statt.

F..k - jetzt war guter Rat klug. Die Recherche ging los... alles neu planen? Och nööö - da hätte ich ja mal so gar keine Lust zu gehabt. Also - Hannover liegt im Bundesland Niedersachsen. Termin? Ok - für diesen brauche ich eine Ersatzveranstaltung für möglichst den gleichen Termin, bzw. das gleiche Wochenende.

Es fand sich dann der Göttinger Frühjahrslauf aber - auch dieser Termin war noch nicht bestätigt. OK - bevor ich nun alles umwerfe fragen wir doch beim Veranstalter an... darin habe ich ja mittlerweile Übung. Der Veranstalter meldete sich auch sehr schnell und zu meiner Freude - der Termin wurde bestätigt. Strike - der Plan steht.. und so sieht er aus - der finale Laufplan....

Wie der Gedanke langsam Formen annimmt...

Nun, der Gedanke - 16 Halbmarathons in 16 Bundesländern innerhalb eines Jahres zu laufen - und das mit künstlicher Herzklappe war geboren. Nun galt es mal einen Terminplan aufzustellen.

Im Internet recherchierte ich dann erste - wenn auch nur überwiegend vorläufige und nicht bestätigte Termine für Laufveranstaltung in den einzelnen Bundesländern. Garnicht mal so einfach - es gibt Bundesländer, da waren nur drei Veranstaltungen mit Halbmarathon gelistet, in anderen über achtzig. Also habe ich mich hingesetzt und mit dem Bundesland angefangen, welches die wenigsten Laufveranstaltungen hatte und habe mich dann Bundesland für Bundesland hochgearbeitet. Und dann stand eine erste Planung. Aber puuh - irgendwas gefällt mir daran nicht.... 16 Halbmarathon - der erste im Mai - der letzte im Oktober. Das sind sogar nur sechs Monate?! Machbar?

Im nächsten Step hab ich dann mal geguckt, was so an Meldegebühren zusammen kommt. Da waren wir bei rund 600€. Die Gedanken kreisten weiter - an was muss man noch denken? Wie komme ich hin? Fahr ich mit dem Auto oder der Bahn? Oder fliegen? Wo schlafen? Mist - all das muss ja auch irgendwie finanziert werden? Was hab ich mir da nur für Flausen in den Kopf gesetzt? OK - eine Kostenverteilung muss her - ergo, eine neue Planung. Eine Planung, welche die Termine ein bisschen mehr streckt und verteilt. Also fing die Recherche neu an.

Und so suchte ich Laufveranstaltungen, stellte neue Pläne auf, verwarf sie wieder und fing von neuem an. Da gibt es tatsächlich im Januar einen Halbmarathon - aber Januar? Unberechenbares Wetter?! Ach ne - es ist ein Hallenhalbmarathon?! Fuck - 21,1km in einer Halle im Kreis laufen? Will ich mir das wirklich antun? Nicht wirklich, oder?... Nein!

Die suche ging weiter. Mein Ziel war auch neben den 16 Halbmarathons Laufveranstaltungen zu finden, welche auch einen entsprechenden Publikumszulauf haben... irgendwelche Feld-, Wald- und Wiesenläufe in irgendwelchen abgelegenen Dörfern sollten außen vor bleiben. Ich will ja den Leuten zeigen, dass wir - trotz Handicap - nicht auf's Abstellgleis gehören... aber dazu muss es ja auch Zuschauer geben.

Dann endlich hatte ich einen ersten spruchreifen Plan aufgestellt. Erster Lauf immerhin schon im März und der Ziellauf - das stand für mich eigentlich schon sehr früh fest - der Ziellauf muss in Köln, meiner Geburtsstadt stattfinden.

Mit der Zeit gab es dann auch immer mehr Terminbestätigungen, womit dann die Planung immer griffiger wurde. Es fehlten nur noch wenige Bestätigungen und ich stand kurz davor für die ersten Läufe die Anmeldung vorzunehmen. Viele von Euch wissen - je früher man dran ist umso günstiger wird es. Aber... ich hatte ein komisches Gefühl.... ich habe die verbliebenen Veranstalter, wo die Termine noch nicht bestätigt waren, angeschrieben, mein Vorhaben dargelegt und fragte nach Terminbestätigung....

Doch, wie ein einzelner Lauf auf einmal das ganze Konstrukt ins Wanken bringen kann, das gibt es im nächsten Post.... also, bleibt neugierig.

Sonntag, 26. November 2017

Der erste offizielle Halbmarathon und der Weltrekord-Gedanken danach...

Das Training nahm immer ausgedehntere Formen an, die Kondition bekam eine immer bessere Basis. und so meldete ich mich über meinen Arbeitgeber für den Hunsrückmarathon auf der Halbmarathondistanz an - es sollte mein erster offizieller Halbmarathon werden... und er wurde es.

Es machte so einen Spaß... ein richtig entspannter Lauf bei durchschnittlich 75% Herzbelastung und einer Zielzeit von 2'18'' - wenn die Zeit auch nebensächlich war - der Weg - die Distanz war mein Ziel - und zwar so, dass ich den Lauf von Anfang bis Ende genießen konnte. Mein Plan - mein Ziel war aufgegangen.


Und dieser Halbmarathon soll nicht der letzte sein... kurze Zeit später kam mir dann die Idee in jedem Bundesland einen offiziellen Halbmarathon zu laufen und zwar innerhalb eines Jahres. Hat das überhaupt schon mal jemand gemacht? Jemand mit künstlicher Herzklappe? Ich habe versucht mich zu erkundigen - ich habe nichts dergleichen gefunden.

Der Weltrekord-Gedanke war geboren... Ziel ist es also innerhalb eines Jahres in jedem Bundesland einen offiziellen Halbmarathon zu laufen. Das Jahr ist auserkoren - 2018. Auch hier gilt es die Läufe so zu absolvieren, dass ich sie genießen kann - ich will keine utopischen Zielzeiten und mich mit diesen unter Druck setzen. Ich will der Welt und vor allem Gleichgesinnten zeigen, dass auch wir noch lange nicht auf's Abstellgleis gehören.

So - und ab nun lest Ihr dann, wie die Planungen aufgenommen wurden und wie es dann zukünftig weitergehen wird - bei den einzelnen Läufen. Ich könnt übrigens auch alles auf Instagram verfolgen, einfach hier klicken und Ihr kommt zu meinem Profil oder hier um zu allen Beiträgen zu gelangen, welche mit dem Hashtag #eineHerzklappeläuftWeltrekord2018 versehen wurden.


Das Leben danach....

Dank der Operation ging es stätig bergauf. Jedoch Sport? Ich hätte Sport machen dürfen, aber man sagte mir, dass ich darauf achten müsse, dass der Puls nicht längerfristig über 100 Schläge gehen soll. Da dachte ich mir dann auch nur:"Na, toll - dann guck ich das Sportzeug an und bin bei 120." Das war es dann wohl mit Sport. Dass ich kein Judo oder Karate mehr machen kann, das sah ich ja ein - aber dass ich auch das, was ich so liebte und mir das Leben rettete - nämlich das Laufen - nicht mehr machen solle... das war eine bittere Pille.

Die bittere Pille habe ich geschluckt... 9 Jahre. Unsere Tochter wollte heiraten und meine Frau nahm sich vor ein bisschen Laufen zu gehen um dann auch an diesem ereignisreichen Tag in ihr Wunschkleid zu passen. Kurzentschlossen schloss ich mich ihr an.

Angefangen mit länger werdenden "Spaziergängen", dann zwischendurch immer wieder mal ne Minute locker laufend, dann zwei - später drei - noch viel später die Gehpausen verkürzt bis ich irgendwann die ersten Kurzdistanzen in der Lage war komplett zu laufen.

Wir hatten auch sehr schnell gemerkt, dass wir nicht mehr liefen um bei der bevorstehenden Hochzeit gut auszusehen sondern vielmehr weil es uns Spaß machte und gut tat. Im Sommer 2016 hatten wir uns dann für unsere erste offizielle Laufveranstaltung angemeldet. Es sollte der Stadtlauf in Aachen werden. Passenderweise hatte ich tags zuvor noch meinen alljährlichen "Herzklappen-TÜV-Termin" wie ich ihn immer nenne. Hier erzählte ich meinem Kardiologen von meinen Taten der vergangenen Wochen und Monate, weshalb er dann bei der Untersuchung besonders auf das Herzleistungsverhalten unter Belastung achtete. Aber - er hatte am Ende überhaupt nichts an meiner Lauferei auszusetzen - im Gegenteil - er wünschte mir viel Spaß.

Die Zeit verging, die Trainingseinheiten nahmen immer weiter zu. Am 30. September 2016 hatte ich ungewollt und ungeplant im Training die Halbmarathondistanz - also 21,1km - absolviert. Es fühlte sich so wunderbar an. Von da an hatte ich mir vorgenommen wenigstens einmal einen offiziellen Halbmarathon zu laufen. im Oktober 2016 hatten wir dann aber erst einmal mit zwei Freunden zusammen am Mainova Frankfurt-Marathon als Staffel teilgenommen. Hierbei durfte ich dann den ersten Abschnitt mit rund 12,5 km durch die Stadt laufen. Die Atmosphäre war einfach genial.

Irgendwie war nach diesem Lauf für das Jahr dann die Luft raus. Es folgten vielleicht noch ein oder zwei Läufe und das war es dann. Wir waren mittlerweile auch über Instagram sehr aktiv und bekamen über diesen Kanal den Tipp uns die Salomon Spikecross zu zulegen - dieser Tipp war für unsere Gefilde Gold wert. Und so begannen wir mit Neujahr auch wieder das Lauftraining.

Ein medizinisches Wunder?!...

Unter Kontrastmittel zeigte sich dann das vollkommene Ausmaß - mein Problem...

Das Kathederende wurde oberhalb der Herzklappe positioniert und das Kontrastmittel wurde in dem Moment injiziert als das Herz schlug und das Blut eigentlich in den Körper pumpen sollte um dort die Organe zu versorgen.

Das Blut strömte aus dem Herzen heraus und wie das Herz dann eigentlich die nächste Blutladung aus dem Vorhof in die Herzkammer holen wollte lief jedoch das gerade ausgepumpte Blut rückwärts in die Herzkammer. Dank des Kontrastmittels konnte dieser Vorgang sehr gut erkannt werden. Es lief alles Kontrastmittel ins Herz. Und dann brauchte das Herz acht bis zehn Schläge bis kein Kontrastmittel mehr in der Herzkammer war... das entsprach einem Blutrückfluss von über 80%.

Dieser Blutrückfluss - der Mediziner sagt "Insuffizienz" dazu - war so hoch, dafür gab es eigentlich keine Einteilung mehr, denn auch die höchste Grad-Einteilung (I-IV) war hier nicht mehr zutreffend. 80% Rückfluss und mehr bedeutet im Umkehrschluss, dass dem Körper weniger als 20% zur Verfügung stand um den Kreislauf aufrecht zu halten und die Organe umfassend zu versorgen. Und das in einem Ruhezustand denn ich lag ja während der Untersuchung still auf dem Rücken.

Eigentlich hätte ich nie soweit kommen dürfen... man konnte hier durchaus schon von einem Wunder sprechen. Und man sprach mit mir auch ganz offen - "Es tut mir Leid aber wir können Sie erst wieder entlassen, wenn Sie operiert wurden.", sagte der Arzt leise mit verhaltener Stimme. Ich sah ihn an und sagte nur noch:"Dann sehen Sie mal zu, dass Sie 'nen Termin klar machen - lieber gestern als morgen!" Eine Reaktion, mit der der Arzt nicht gerade rechnete. Aber mir war klar - endlich wird mir geglaubt und geholfen - es konnte also nur noch besser werden.

Ab diesem Augenblick durfte ich nichts mehr machen - ich durfte noch nicht einmal mehr allein auf Toilette. Der Zustand der Insuffizienz war so hoch, die Ärzte waren der Ansicht, dass die kleinste Belastung jederzeit die letzte Belastung sein könnte....

6 Tage später, am Dienstag, 16. Oktober 2007 begann dann ein neues Leben für mich - mir wurde eine künstliche Herzklappe implantiert. Bereits am nächsten Tag stand die Physiotherapeutin am Bett und zeigte mir, wie ich mich im Bett aufrichten kann ohne, dass Scherkräfte auf das Brustbein einwirken, Noch einen Tag später durfte ich bereits aufstehen. Samstags stieg ich mit Hilfe der Therapeutin die ersten Treppenstufen. Am 10. Tag nach der Operation wurde ich nach Hause entlassen. Dort wartete ich dann noch eineinhalb Wochen bis es dann in de Anschlussheilbehandlung ging. Drei Wochen Reha, anschließend zwei Wochen noch zu Hause krank geschrieben - in dieser Zeit organisierten wir die Wiedereingliederung über das Hamburger Modell - womit ich dann im Dezember wieder die ersten  Stunden arbeiten ging. Am 15. Januar 2008 war ich dann bereits wieder meinen ersten Arbeitstag in Vollzeit arbeiten.

Die Ärzte sagten ganz klar, dass ich soweit gekommen war - und mein Herz vor allem diesen Zustand weiter schadlos überstanden hatte - das hatte ich meiner antrainierten Kondition zu verdanken. Durch diese war der Körper bestens vorbereitet um mit dieser ständigen Mangelversorgung auszukommen. Von nun an ging es immer weiter aufwärts...

Im Herzzentrum...

Nun, im Herzzentrum angekommen, wurden auch nochmals die bereits bekannten Untersuchen durchgeführt - also Ultraschall und Belastungs-EKG und man hörte sich meine Geschichte an. Auch hier sagte mir der behandelnde Arzt, dass er mich eigentlich - nach dem was er im Ultraschall sah, als Insuffizient Grad I einstufen müsse - aber ich wurde ja überwiesen weil da mehr sein solle.

Also wurde ich für die Ergospyrometrie vorbereitet  und verkabelt. Parallel ermittelte der Arzt das zu erreichende Leistungssolls. Und dann ging es, verkabelt wie ein Hochleistungssportler, auf das Laufband und ich trabte an. Alle paar Minuten pumpte die Blutdruckmanschette und es kamen Hinweise wie "es wird jetzt schneller" oder "gleich wird es steiler"... es wurde schneller, es wurde steiler....

Und dann - wurde die Untersuchung bei noch nicht einmal 40% des ermittelten Leistungssolls die Untersuchung abgebrochen. Aber nicht weil die keine Lust mehr hatten - vielmehr hatte mein Herz keine Lust mehr. Ich merkte, wie mir auf einmal ganz flau und schummerig wurde - Blutdruck 190 zu 0. Heißt, das Herz schlägt zwar noch aber es fördert kein Blut mehr.

Nun war es raus - da musste mehr sein als eine minimale Insuffizienz. Mein Kardiologe wurde umgehend telefonisch über den aktuellen Status informiert und es wurde ebenso umgehend ein Termin für eine weitergehende Untersuchung vereinbart. Zu diesem sollte ich dann alle Bilder, seit Januar 2006 mitbringen.

Es kam der 10. Oktober 2007 - der Tag an dem die weitergehende Untersuchung - ein großer Katheder - gesetzt werden sollte. Wie abgestimmt hatte ich von meinem Kardiologen alle Bilder mitbekommen. Ultraschallbilder von Januar 2006 beginnend, TEE (Transösophale Echokardiografie oder auch Schluckschall genannt - vergleichbar mit einer Magenspiegelung nur dass hier dann anstelle einer Kamera dann ein Ultraschallkopf ist und der Ultraschall vom Herzen dann durch die Speiseröhre gemacht wird - gibt saubere Bilder da hier nicht so viel störendes Gewebe zwischen Ultraschallkopf und Herz liegt), Cario-MRT, ich hatte das volle Programm dabei.

Und auch jetzt machte man dann im Herzzentrum nochmals ein Ultraschall - verglich diesen mit allen Bildern. Und was wurde festgestellt? Im Grunde nur, dass es keine Unterschiede gab. Der aktuelle Zustand am Herzen entsprach dem gleichen Zustand wie nun mittlerweile 1 3/4 Jahre zurückliegend. Dank der Ergospyrometrie wussten wir aber nun, dass da mehr im Argen sein musste und so wurde ich ins Kathederlabor geschoben.

Das Ergebnis dieser Untersuchung war jedoch erschreckender als es sich jeder in seinen schlimmsten Befürchtungen ausmalte... ein Ergebnis, was selbst der erfahrene Arzt im Herzzentrum noch nie zuvor erlebte.

Das Diagnose-Marytrium...

Im Krankenhaus stellte man mich dann zwei Wochen lang auf den Kopf. Untersuchungen unterschiedlichster Art musste ich über mich ergehen lassen. Aber was heißt das eigentlich - bicuspide Aortenklappe?

Nun, die Aortenklappe - auch Trikuspidale oder 3-zipfelige Segelklappe genannt - ist aufgebaut wie das Emblem der Automarke mit dem Stern. Zumindest wenn sie gesund ist. Nun, meine Klappe hatte aber - wie vom Wortstamm "bi" bereits abzuleiten ist - nur zwei Segel. Jetzt ist es aber nicht so, dass hier dann ein Zipfel fehlte und da ein Loch war sondern diese zwei Segel die komplette Herzklappenfläche abdeckten. Auf Grund dieser Fehlanlage konnte man somit auch zu 100% davon ausgehen, dass es sich hierbei um einen angeborenen Herzklappenfehler handelte.

Wie auch immer - nach zwei Wochen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Befund - wie bereits erwähnt - bicuspid angelegte Aortenklappe, welche nach Ansicht der Ärzte jedoch nicht ursächlich für mein Leistungsdefizit sei. Dies rühre aus einem Infekt, welcher nicht mehr nachzuweisen sei.

Nun, Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass ich mich mit dieser Aussage nicht einfach so abgeben wollte. Einen Termin bei meinem Wunsch-Kardiologen bekam ich erst im August, wir hatten aber gerade erst Januar. Also suchte ich - um mir eine zweite Meinung einzuholen - einen anderen Kardiologen auf. Wie sollte es aber auch anders sein - dieser bestätigte die Ansicht der Krankenhausärzte.

Im August hatte ich dann meinen ersten Termin bei meinem Kardiologen. Auch der bestätigte die Meinung des Krankenhauses. Zur weiteren Abklärung nahm er mich jedoch kurzerhand in einem Studienprogramm auf, welches es ermöglichte, dass ich kurzfristig einen Termin für ein Cardio-MRT bekam. Diese Untersuchung solle Aufschluss geben und sei quasi das non-Plus-ultra im Bereich der Insuffizienz-Diagnostik. Doch auch nach dieser Untersuchung wurde mir eine absolut minimale Insuffizienz - noch nicht einmal behandlungsbedürftig- zugesprochen. Ich solle weiter Sport machen und in einem halben Jahr zur Kontrolle kommen.

Und so verging die Zeit - im Frühjahr 2007 zur Kontrolle - alles unverändert - und das obwohl es mir zusehend schwieriger fiel Sport zu treiben. Ich sollte erneut ein halbes Jahr später zur Kontrolle kommen.

Im Spätsommer - meine Leistungskurve war mittlerweile derart abgestürzt - wenn ich von der Arbeit kam brauchte ich sage und schreibe 45 Minuten um ins 2. Obergeschoss zu kommen. Beängstigend? Ganz klar - JA. Doch auch hier hieß es dann nach meiner Kontrolluntersuchung, dass alles unverändert sei und ich in sechs Monaten wiederkommen solle. Doch damit gab ich mich nicht mehr zufrieden... nach meinem Dafürhalten konnte nicht alles in Ordnung sein und das gab ich meinem Kardiologen auch mehr als deutlich zu verstehen.

Auf meinen Widerstand hin überwies mich mein Kardiologe für eine Ergospyrometrie ins Herzzentrum Duisburg. Auf der Überweisung stand "subjektive Belastungsdyspnoe, nicht reproduzierbar"... seien wir ehrlich - er hätte auch Simulant schreiben können, dann wäre er mit ausfüllen schneller fertig gewesen. Wie es im Herzzentrum dann weiterging lest Ihr im nächsten Post...

Das bin ich...

Hallo Zusammen,
bevor Ihr hier zukünftig von meinem Weltrekord-Vorhaben mehr erfahrt möchte ich Euch zuvor etwas über ich erzählen.
Hier zunächst ein paar Facts...

  • Name: Markus
  • Geb. am: 4. Oktober 1973
  • gelernter Koch und Prozessleitelektroniker
  • als Kundenbetreuer bei der DFH Haus GmbH tätig
  • ambitionierter Hobbyläufer
  • seit Oktober 2007 träger einer künstlichen Herzklappe
  • seit 2011 lebe ich mit Frau und Kindern im Hunsrück
Bereits vor meiner Herzthematik war ich ambitionierter Ausdauerläufer und absolvierte täglich eine Laufdistanz von 20km in durchschnittlich 1'30'' - keine besondere Zeit oder etwas mit dem man einen Blumenpott hätte gewinnen können aber das war auch nie mein Ansinnen.  Ich lief weil ich Spaß dran hatte und es mir gut tat... man bekam immer den Kopf so herrlich frei - insbesondere nach einem stressigen Schul- oder Arbeitstag. Kopf aus - Beine an und ab auf die Strecke.

Im Sommer 2005 registrierte ich dann erstmalig ein Leistungsdefizit - aber damals noch jung, dachte man sich nichts besonderes dabei. Was soll schon sein? Erkältung im Anmarsch - in den Knochen oder noch nicht ganz auskuriert. Das, was daraufhin folgte, da hätte ich zuvor im Leben nicht mit gerechnet.

Im Januar 2006 suchte ich meinen Hausarzt auf da ich zu diesem Zeitpunkt dann in der Tat bereits seit 7 Wochen einen Infekt inne hatte, dem ich einfach nicht Herr wurde. Beim Abhören wurden dann Herznebengeräusche festgestellt, deren Ursache nicht genauer festgestellt werden konnte. Und da unser lokaler Internist und Kardiologe just zu dieser Zeit Urlaub hatte, hieß dies für mich eine Freifahrt ins örtliche Krankenhaus. Hier wurde eingangs eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt und eine vermutete Herzmuskelentzündung konnte somit gleich ausgeschlossen werden - aber - es gab dennoch einen pathologischen Befund... eine bicuspide Aortenklappe - und dann begann das Diagnose-Martyrium...