Im Krankenhaus stellte man mich dann zwei Wochen lang auf den Kopf. Untersuchungen unterschiedlichster Art musste ich über mich ergehen lassen. Aber was heißt das eigentlich - bicuspide Aortenklappe?
Nun, die Aortenklappe - auch Trikuspidale oder 3-zipfelige Segelklappe genannt - ist aufgebaut wie das Emblem der Automarke mit dem Stern. Zumindest wenn sie gesund ist. Nun, meine Klappe hatte aber - wie vom Wortstamm "bi" bereits abzuleiten ist - nur zwei Segel. Jetzt ist es aber nicht so, dass hier dann ein Zipfel fehlte und da ein Loch war sondern diese zwei Segel die komplette Herzklappenfläche abdeckten. Auf Grund dieser Fehlanlage konnte man somit auch zu 100% davon ausgehen, dass es sich hierbei um einen angeborenen Herzklappenfehler handelte.
Wie auch immer - nach zwei Wochen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Befund - wie bereits erwähnt - bicuspid angelegte Aortenklappe, welche nach Ansicht der Ärzte jedoch nicht ursächlich für mein Leistungsdefizit sei. Dies rühre aus einem Infekt, welcher nicht mehr nachzuweisen sei.
Nun, Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass ich mich mit dieser Aussage nicht einfach so abgeben wollte. Einen Termin bei meinem Wunsch-Kardiologen bekam ich erst im August, wir hatten aber gerade erst Januar. Also suchte ich - um mir eine zweite Meinung einzuholen - einen anderen Kardiologen auf. Wie sollte es aber auch anders sein - dieser bestätigte die Ansicht der Krankenhausärzte.
Im August hatte ich dann meinen ersten Termin bei meinem Kardiologen. Auch der bestätigte die Meinung des Krankenhauses. Zur weiteren Abklärung nahm er mich jedoch kurzerhand in einem Studienprogramm auf, welches es ermöglichte, dass ich kurzfristig einen Termin für ein Cardio-MRT bekam. Diese Untersuchung solle Aufschluss geben und sei quasi das non-Plus-ultra im Bereich der Insuffizienz-Diagnostik. Doch auch nach dieser Untersuchung wurde mir eine absolut minimale Insuffizienz - noch nicht einmal behandlungsbedürftig- zugesprochen. Ich solle weiter Sport machen und in einem halben Jahr zur Kontrolle kommen.
Und so verging die Zeit - im Frühjahr 2007 zur Kontrolle - alles unverändert - und das obwohl es mir zusehend schwieriger fiel Sport zu treiben. Ich sollte erneut ein halbes Jahr später zur Kontrolle kommen.
Im Spätsommer - meine Leistungskurve war mittlerweile derart abgestürzt - wenn ich von der Arbeit kam brauchte ich sage und schreibe 45 Minuten um ins 2. Obergeschoss zu kommen. Beängstigend? Ganz klar - JA. Doch auch hier hieß es dann nach meiner Kontrolluntersuchung, dass alles unverändert sei und ich in sechs Monaten wiederkommen solle. Doch damit gab ich mich nicht mehr zufrieden... nach meinem Dafürhalten konnte nicht alles in Ordnung sein und das gab ich meinem Kardiologen auch mehr als deutlich zu verstehen.
Auf meinen Widerstand hin überwies mich mein Kardiologe für eine Ergospyrometrie ins Herzzentrum Duisburg. Auf der Überweisung stand "subjektive Belastungsdyspnoe, nicht reproduzierbar"... seien wir ehrlich - er hätte auch Simulant schreiben können, dann wäre er mit ausfüllen schneller fertig gewesen. Wie es im Herzzentrum dann weiterging lest Ihr im nächsten Post...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen