Dank der Operation ging es stätig bergauf. Jedoch Sport? Ich hätte Sport machen dürfen, aber man sagte mir, dass ich darauf achten müsse, dass der Puls nicht längerfristig über 100 Schläge gehen soll. Da dachte ich mir dann auch nur:"Na, toll - dann guck ich das Sportzeug an und bin bei 120." Das war es dann wohl mit Sport. Dass ich kein Judo oder Karate mehr machen kann, das sah ich ja ein - aber dass ich auch das, was ich so liebte und mir das Leben rettete - nämlich das Laufen - nicht mehr machen solle... das war eine bittere Pille.
Die bittere Pille habe ich geschluckt... 9 Jahre. Unsere Tochter wollte heiraten und meine Frau nahm sich vor ein bisschen Laufen zu gehen um dann auch an diesem ereignisreichen Tag in ihr Wunschkleid zu passen. Kurzentschlossen schloss ich mich ihr an.
Angefangen mit länger werdenden "Spaziergängen", dann zwischendurch immer wieder mal ne Minute locker laufend, dann zwei - später drei - noch viel später die Gehpausen verkürzt bis ich irgendwann die ersten Kurzdistanzen in der Lage war komplett zu laufen.
Wir hatten auch sehr schnell gemerkt, dass wir nicht mehr liefen um bei der bevorstehenden Hochzeit gut auszusehen sondern vielmehr weil es uns Spaß machte und gut tat. Im Sommer 2016 hatten wir uns dann für unsere erste offizielle Laufveranstaltung angemeldet. Es sollte der Stadtlauf in Aachen werden. Passenderweise hatte ich tags zuvor noch meinen alljährlichen "Herzklappen-TÜV-Termin" wie ich ihn immer nenne. Hier erzählte ich meinem Kardiologen von meinen Taten der vergangenen Wochen und Monate, weshalb er dann bei der Untersuchung besonders auf das Herzleistungsverhalten unter Belastung achtete. Aber - er hatte am Ende überhaupt nichts an meiner Lauferei auszusetzen - im Gegenteil - er wünschte mir viel Spaß.
Die Zeit verging, die Trainingseinheiten nahmen immer weiter zu. Am 30. September 2016 hatte ich ungewollt und ungeplant im Training die Halbmarathondistanz - also 21,1km - absolviert. Es fühlte sich so wunderbar an. Von da an hatte ich mir vorgenommen wenigstens einmal einen offiziellen Halbmarathon zu laufen. im Oktober 2016 hatten wir dann aber erst einmal mit zwei Freunden zusammen am Mainova Frankfurt-Marathon als Staffel teilgenommen. Hierbei durfte ich dann den ersten Abschnitt mit rund 12,5 km durch die Stadt laufen. Die Atmosphäre war einfach genial.
Irgendwie war nach diesem Lauf für das Jahr dann die Luft raus. Es folgten vielleicht noch ein oder zwei Läufe und das war es dann. Wir waren mittlerweile auch über Instagram sehr aktiv und bekamen über diesen Kanal den Tipp uns die Salomon Spikecross zu zulegen - dieser Tipp war für unsere Gefilde Gold wert. Und so begannen wir mit Neujahr auch wieder das Lauftraining.
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